Konzert für den Frieden, Verdun 2016

Affiche concert Verdun 2016

„Wer zusammen singt, schießt nicht aufeinander.“

Unter dieser Devise begann vor etwa 50 Jahren, kurz nach Abschluss der Elyséesverträge zwischen Frankreich und Deutschland der Diplomat Bernard Lallement in all den deutschen Städten, in denen er einen Konsulatsposten innehatte, deutsch-französische Chöre zu gründen, um die Idee der neugewonnenen Freundschaft zwischen den beiden so lange verfeindeten Ländern im gemeinsamen Gesang lebendig werden zu lassen. Alle diese Chöre und viele weitere haben sich in den Folgejahren dann im internationalen Verband der deutsch-französischen Chöre zusammengeschlossen.  Immer wieder hat Bernard Lallement, inzwischen Ehrenvorsitzender, Neugründungen angeregt oder die Aufnahme von schon bestehenden Ensembles in den Verband mit Engagement und Enthusiasmus vorangetrieben.  Die Zusammenarbeit in diesem seit mehr als dreißig Jahren bestehenden internationalen Verband bedeutet für jeden einzelnen Chor einen lebhaften musikalischen Austausch, regelmäßig stattfindende Chorbegegnungen, jährliche Ver-bandsversammlungen, abwechselnd in Frankreich und Deutschland veranstaltet,  und viele gemein-same Konzerte. Kurz: eine intensive, wirklich gelebte deutsch-französische Freundschaft auf der Grundlage gemeinsamen Singens.  

Wo anders als in Verdun, der Stadt, deren Name mit einer der blutigsten kriegerischen Auseinander-setzungen zwischen Deutschland und Frankreich verbunden ist,  könnte man die neugewonnene Freundschaft zwischen den zwei Völkern besser zum Ausdruck bringen? Und das im Jahr 2016, genau 100 Jahre nach Ausbruch dieser Schlacht im 1. Weltkrieg.

Zwei Chorleiter des, Heinrich Bentemann (München/Aachen) und Thomas Streit (Bremen) haben einen vom Münchner deutsch-französischen Chor im Jahr 2014 begonnenen Konzertzyklus „Pour la paix“ / „Friedenskonzerte“, die unter der Schirmherrschaft des französischen Generalkonsuls stehen und inzwischen von der französischen „Mission du Centenaire“ in den illustren Kreis ihrer offiziellen Veranstaltungen aufgenommen wurden, auf alle Mitgliedschöre erweitert und ein großes chorisches Ensemble mit Sängerinnen und Sängern aus  Aachen, Berlin, Bonn, Bremen, Hamburg, Köln, Lyon und Strasbourg zusammenstellen können. Unterstützt werden sie dabei organisatorisch von der Vizeprä-sidentin des Verbandes deutsch-französischer Chöre, Dorothée Jacquot-Weber, aus Lothringen stammend und mit einem Deutschen verheiratet.

Nach etlichen Monaten der Vorbereitung, mehreren gemeinsamen Proben in Deutschland und Frankreich wird nun im prestigereichen Centre mondial de la paix, im ehemaligen bischöflichen Palais in Verdun dieses gemeinsame „Concert pour la paix“ von Mitgliedern aller genannten Chöre statt-finden, und zwar am Samstag, dem 15.Oktober 2016 um 18h00 im Salle des audiences, dem Vortragssaal des CMP.

Auf dem überwiegend deutsch-französischen Programm Werke von Gounod („Messe brève pour les morts“ à  8 voix), Gouvy („Agnus Dei“ aus der Messe für Männerchor), Mendelssohn („Verleih uns Frieden“ und „Denn er hat seinen Engeln“), Brahms („Ach, arme Welt, du trügest mich“) und Werke zeitgenössi-scher Komponisten, der Esten Arvo Pärt („Da pacem“) und Urmas Sisask („Agnus Dei“), des Flamen Kurt Bikkembergs („Müde“)  und des Deutschen Enjott Schneider („Verleih uns Frieden“). Und zum Schluss: die „Hymne à l’espoir“ aus der “Cantate de la paix”, von Bernard Lallement selbst komponiert.

Das musikalische Programm wird ergänzt durch die Novelle „Le récital de Verdun“ / „Das Konzert von Verdun“ von Gilles Marie: „Le récital de Verdun.“ Es lesen Dorothée Jacquot-Weber und Thomas Streit.

Der Eintritt ist frei, vorherige baldige Platzreservierung über einen der deutsch-französischen Chöre (siehe die Homepages) empfohlen. Spende am Ende des Konzerts erbeten.